Dawn of War 3 Multiplayer Beta Review: Das sind aber meine Ressourcen!

PC Review
Release 27.04.2017
Genre Real Time Strategy
Plattformen PC
Entwickler Relic Entertainment
Publisher SEGA

Am 27. April 2017 erscheint der heiß erwartete Real Time Strategy Titel Dawn of War III. Wie wir in unserer April 2017 motherbot Monatsvorschau bereits erwähnten, geht es hier um die Echtzeitstrategie alter Schule, die Relic Entertainment und SEGA wiederbeleben wollen. Obwohl erste Reviews die Singleplayer Kampagne loben, geht es in diesem Test um die Multiplayer Beta, die dieses Wochenende vom 21. bis zum 24. April 2017 statt fand.

Ein Teaser mit Beigeschmack

Drei Tage hatten Fans des beliebten Franchises die Gelegenheit, an der offenen Multiplayer Beta teilzunehmen. Man hatte Zugriff auf alle drei Fraktionen und die Modi 1v1, 2v2 und 3v3. Für jeden Modus wurde jeweils eine Karte zur Verfügung gestellt. Als Siegbedingung gilt es nun einzig und allein den gegnerischen Energy Core zu zerstören. Hierfür muss man zunächst an den Schildgeneratoren und den Geschützen vorbei. Dadurch kann es sein, dass das Mapdesign einen Hauch von MOBA versprüht. Das Gameplay jedoch, hat nichts mit Spielen wie League of Legends und Co. gemein. Die Elite Einheiten können wie Champions gesehen werden, sind allerdings doch nur ein Teil der Armee und der dahinterliegenden Infrastruktur.

Hier die multiplayer beta mit der Vollversion im direkten Vergleich © SEGA

Hier die multiplayer beta mit der Vollversion im direkten Vergleich. © SEGA

Ich habe mich beim Testen auf die Space Marines und den 1v1 Modus fokussiert. Im direkten Schlagabtausch konnte ich einen guten Einblick in den Multiplayer Part von Dawn of War III gewinnen, auch wenn wichtige Features wie eine Replay Funktion und Statistiken noch fehlten. Und da keine anderen Siegbedingungen einstellbar sind, ist es auch nicht so schlimm, dass nur eine Karte verfügbar war. Die Essenz des Gameplays kam deutlich an. Vor dem Match kann man noch Elite Einheiten und Armee Doktrinen einstellen. Letztere wirken als globale Buffs, die für bestimmte Spielstile Vorteile bringen. Diese sind jedoch in der Wirkung sehr speziell und schreiben in gewisser Maßen bereits im Voraus eine gewisse Herangehensweise in kommenden Spielen.

Bei den Elite Einheiten habe ich mich bei der Auswahl weniger eingeschränkt gefühlt. Hier sucht man sich drei teils aus der bisherigen Story bekannten Charaktere aus. Diese sind dann aber nicht ausschließlich extrem speziell einsetzbar. Durch ihre aktiv einsetzbaren Fähigkeiten ist es einem selbst überlassen, wann und wie man diese Einsetzt. Mit der Zeit schaltet man neue Elite Einheiten und Armee Doktrinen frei.

Für den Imperator!

Sobald man einen passenden Gegner über das Matchmaking gefunden hat, bekommt man noch mal eine Minute Vorbereitungszeit um Änderungen an den Elite Einheiten und Armee Doktrinen vorzunehmen. Das User Interface könnte hier aber ein wenig hübscher und vor allem übersichtlicher sein. Ist dies dann erledigt steht der Schlacht nichts mehr im Weg. Ganz klassisch rekrutiere ich direkt meine ersten Trupps, um die Ressourcen Punkte einzunehmen und baue aus einer kleinen Auswahl an Gebäuden Forschungseinrichtungen, Fabriken oder Geschütztürme für die eingenommenen Ressourcen Punkte.

Space Marines greifen die Basis der verteidigenden Eldar an. © SEGA

Space Marines greifen die Basis der verteidigenden Eldar an. © SEGA

Auf der jedoch recht kleinen Karte für den 1v1 Modus bieten sich einem auf den ersten Blick nicht viele Variationsmöglichkeiten. Man benötigt für eine anständige Economy mindestens die Hälfte aller auf der Map verfügbaren Ressourcen. Was zu teilweise sehr frühen Auseinandersetzungen mit dem Gegner führt. Und das macht tatsächlich Laune, wenns mal klappt. Doch habe ich mich bei meinen Armee Doktrinen für eine Late Game orientierte Strategie entschieden, muss ich mit einem Defizit kämpfen, wenn der Feind zufällig einen extrem frühen Push geplant hat.

Viel Platz für den Basen Bau hat man auch nicht, was aber bei gerade mal fünf Gebäuden aber halb so wild ist. Aber ein bisschen mehr hätte es doch sein dürfen. Durch die neue Ressource „Elite Punkte“ kann man sich seine mächtigen Elite Einheiten aufs Schlachtfeld rufen. Diese wächst nur ganz langsam und wird durch das Zerstören der Feindlichen Basis und durch das Einnehmen eines einzigen Punktes in der Mitte der Karte zusätzlich aufgestockt. Der Einsatz dieser Einheiten kann sich echt lohnen und einem aus einer schwierigen Situation helfen. Die Dynamik der Matches fühlt sich sehr angenehm an. Weniger hektisch als Genre Veteran Starcraft 2, doch trotzdem sehr taktisch und brachial.

Lerne aus deinen Fehlern

Sehr wichtig für ein kompetitives RTS Game ist es, sich ständig verbessern zu können. Das geht in dem man sich Guides und Strategien durchliest und zusätzlich seinen eigenen Play style analysiert. Eine Replay Funktion stand zum Zeitpunkt der Multiplayer Beta noch nicht zur Verfügung, soll aber in der Vollversion enthalten sein. Ich bin gespannt, wie mächtig das Replay Tool sein wird und wie viel Information man daraus dann für sich gewinnen kann.

Auf dem sehr mager ausgestatteten Post Game Screen erhält man rudimentäre Infos zum bestrittenen Match. © Screenshot

Auf dem sehr mager ausgestatteten Post Game Screen erhält man rudimentäre Infos zum bestrittenen Match. © Screenshot

Eine Statistik hat bisher auch gefehlt. Ob hier das Community Tool zum Einsatz kommt ist auch noch nicht bekannt. Um aber bei enthusiastischen eSoprtlern anzukommen, dürfen diese Features nicht fehlen und müssen ausreichend Feedback geben können. Ansonsten kann es sehr frustrierend wirken dieses Spiel unter Wettkampfbedingungen zu spielen. Ich hatte nämlich kaum ausgeglichene Matches und würde gerne wissen, warum das so war – was ich hätte anders oder besser machen können.

Fazit

Die Multiplayer Beta hat Spaß gemacht, keine Frage. Doch waren meine Erwartungen doch deutlich höher, gerade was den Mehrspieler Part angeht. Mehr Maps und Spielmodi werden mit Sicherheit nachgereicht. Doch fällt es mir schwer, bei solch magerem Umfang im Hauptspiel direkt Geld für DLCs auszugeben. Aber wir werden sehen, welche Pläne SEGA dür seinen neusten DoW Ableger in Petto hat.

 

Medieninformatikstudent und eSports Enthusiast. Motherbots rasender Reporter!