DotA 2: ESL One Hamburg 2017 – Von bunten Fabelwesen und vom Erwachsenwerden

eSports Nerdkultur

Mit der ESL One Hamburg 2017 ist nun das erste Major Turnier der Saison 2017/2018 zu einem Ende gekommen. Sieger dieser Premiere sind Virtus Pro! Nach dem neuen Turnier System wird jetzt nicht nur das Preisgeld, sondern auch sogenannte Qualifying Points unter den teilnehmenden Teams verteilt. Ganze $ 1 000 000 und insgesamt 1500 Punkte standen auf dem Spiel. Das sind vergleichsweise sehr viele und für die kommende Saison sehr wichtig. Denn laut des neuen The International Regelwerks werden nur die 16 Teams mit den meisten Punkten zum DotA 2 Olymp gerufen.

Sammeln konnten die Profi Spieler schon beim PGL Open Minor und dem Starladder i-League Invitational Minor. Dort gab es mit jeweils insgesamt 300 QP aber deutlich weniger verglichen mit der ESL One Hamburg 2017. Und mit dem Sieg in der Hafenstadt haben Virtus Pro definitiv schon mal gut vorgesorgt. Bleibt abzuwarten, ob sie das Momentum aufrecht erhalten können.

Von bunten Fabelwesen

Kommen wir zunächst zu dem Teil, der wirklich in diesen Artikel gehört: DotA 2! Darum ging es nämlich den Fans und den Spielern. Und vor allem wir Fans wurden nicht enttäuscht. Das erste Major im neuen Turnier System, hohes Preisgeld, TI 7 Champions Team Liquid immer noch hungrig und Zweitplatzierte Newbee mit rachsüchtigem und entschlossenem Blick. Bereits die Gruppenphase war ein Highlight für sich. Hoch intensive Matches von Anfang an waren garantiert, denn zu den playoffs in der Barclay Card Arena durfte nur die bessere Hälfte aller Teams.

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam das Match zwischen Team Liquid und Virtus Pro am Ende der Gruppenphase. Letztendlich schlachtete der russische Bär die Seepferdchen und Weltmeister, um sich den Platz im Halbfinale zu sichern. KuroKy und sein Team mussten somit in der lower bracket noch mal ordentlich in die Hände spucken und an den Newcomern Keen Gaming vorbei ziehen. Was sie letztendlich auch schafften.

Die playoffs waren nicht weniger spektakulär. Newbees Rache blieb ihnen verwährt und auch Team Liquid haben es nicht bis ins Finale geschafft. Dort haben sich nämlich Virtus Pro und Team Secret die Köpfe eingeschlagen. Letztere waren eine der größeren Überraschungen während des Turniers, da sie sich souverän gegen EG, Newbee und sogar TI 7 Champion Team Liquid durchsetzen konnten. Doch im Finale zeigten Virtus Pro, dass sie gekommen sind, um zu siegen. Unkonventionelle picks und herausragende Koordination der einzelnen Spieler waren wohl einfach zu viel für Secret. Mit einem überzeugendem 2-0 holten sich VP dann den wohl verdienten Sieg. Somit ergibt sich folgender Endstand:

1. Platz: $500,000 und 750 QP- Virtus Pro
2. Platz: $200,000 und 450 QP- Team Secret
3./4. Platz: $90,000 und 150 QP- Team Liquid, Newbee
5./6. Platz $40,000 – Evil Geniuses, Keen Gaming
7./8. Platz: $20,00 – SG e-sports, Fnatic

Vom Erwachsenwerden

Kommen wir nun zu einem Thema, das die eSports Welt schon lange betrifft, mich jetzt aber zum ersten Mal so richtig genervt hat: Werbung. Ja, Sponsoren machen solch großartige Events erst möglich. Während der Matches ist die Werbung schön unauffällig positioniert, doch in der Show dazwischen wird es mir langsam echt zu viel. Nicht nur, dass die Anlyse jetzt „StubHub Post Match Breakdown“ und die Replays „Logitec G Replay“ heißen. Die Anzahl an gezeigter Ads ist gefühlt 10 Mal so hoch wie in vergangenen Turnieren.

ESL One Hamburg 2017

Mercedes Benz hat den Teams für die Dauer des Turniers personalisierte Wagen zur Verfügung gestellt. Mit der Wahl zum MPV darf VP.Solo sich jetzt einen schönen, neuen Benz aussuchen© ESL

Zum ersten Mal fungierte jetzt nun auch ein namenhafter Automobil Hersteller als direkter Turnier Sponsor. Das Drafting gab es jetzt samt Stern Logo und MB Font. So weit, so schlimm. Aber mit #growup auf einigen der zur Schau gestellten Wagen und als Kampagnen Hashtag, hat sich Mercedes Benz aber ordentlich selbst ins Bein geschossen. Der Hashtag wurde instant zum Meme und der twitch.tv Chat und vor Ort anwesende Zuschauer machten sich jedes mal darüber lustig, wenn die Ads liefen. Und diese liefen häufig. Sehr häufig. „Grow up chat „, „SELLOUT“ und „finally ads“ dominierten zwischen den Spielen die übliche Chat-Lawine.

Der twitch.tv Chat wie er leibt und lebt © Screenshot

Aber wer um Himmels willen hat sich diese Werbe Kampagne ausgedacht? „Get outside. Dress proper. Drive.“ Hat sich für die Meisten eher nach „Geh mal an die Sonne, du Nerd“ angehört. Kein Wunder, dass viele Fans belustigt oder genervt reagiert haben. Außerdem hat hier eh keiner Kohle für eine €40 000 Limousine, weil alles für Skins ausgegeben wird. Ich gebe Mercedes Benz hiermit das Prädikat „stehts bemüht“ mit nach Hause. Denn auch als Erwachsener Mensch, kann man sich ungeniert mit Fabelwesen beschäftigen.

Medieninformatikstudent und eSports Enthusiast. Motherbots rasender Reporter!