Elex Review: wenn Fantasy auf Science-Fiction trifft

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Schwert und Schild, Schussfeuerwaffen oder doch lieber magische Fähigkeiten? Elex entführt den Spieler in die post-apokalyptische Welt Magalans und kombiniert dabei geschickt Fantasy mit Science-Fiction. Als das schwarze Schaf der eigenen Sippe muss sich der Spieler nicht nur in der misslichen Lage zurechtzufinden, in welche er gleich zu Beginn gerät, sondern auch mit mutierten Kreaturen, Banditen und anderem Gesindel ums Überleben kämpfen.

Release 17.10.2017
Genre Science-Fantasy-Rollenspiel
Plattformen PC, Xbox One, PS4
Entwickler Piranha Bytes
Publisher THQ Nordic

Elex erscheint am 17. Oktober 2017 und wird für PC, Xbox One und Playstation 4 erhältlich sein. Das Open-World-Action-RPG ist für das deutsche Entwicklungsstudio Piranha Bytes, den Schöpfern der Gothic-Reihe, ein ganz besonderer Meilenstein, denn im Gegensatz zu ihren anderen Werken wird Elex zeitgleich für alle Plattformen erscheinen.

Es ging schon bei den Dinos schief

Der Planet Magalan, einst die idyllische Heimat von Menschen, wurde vor rund 160 Jahren von einem Meteor getroffen und fast vollständig zerstört. Die Überlebenden teilten sich auf, formierten neue Gemeinschaften und kämpfen um ihr Überleben. Seitdem geht es bei allen nur noch um eines: den Rohstoff Elex, der durch den Meteor auf diese Welt gebracht wurde.

alles dreht sich um Elex © THQ Nordic

Elex war fortan heiß begehrt – verleiht es doch mächtige und spezielle Fähigkeiten. Doch nicht jeder hielt den Nebenwirkungen des seltsamen Stoffes stand und die unglücklichen verendeten kläglich. Aus denjenigen, welche robust genug waren und den sogenannten Verfall überwinden konnten, wurden synthetische, emotionslose Menschen – die Albs.

Mittelalter, Science-Fiction und Post-Apokalypse

In Magalan gibt es drei Fraktionen, welche zwar denselben Feind haben, sich aber dennoch aufgrund verschiedener Ansichten und Lebensweisen untereinander bekriegen. Man kann sich einer dieser Fraktionen anschließen, wobei nicht jeder sofort aufgenommen wird. Erst muss man Mitgliedern helfen und Gefallen erledigen, ehe man sich als einer der ihren bezeichnen darf. Natürlich beginnt man sozusagen mit dem niedrigsten Rang und muss sich erst Mal zu den wichtigen Posten hocharbeiten.

am Anfang trifft man auf den Berserker Duras © THQ Nordic

Am Anfang des Spiels läuft man sogleich einem sogenannten Berserker über den Weg. Diese Fraktion lebt zurückgezogen in den Wäldern und schwört der Technik komplett ab. Sie verteidigen sich mittels Schwert und Schild, aber auch mit dem Bogen und haben einen Weg gefunden, um Elex in Mana umzuwandeln und so Magie zu wirken. Da der Rohstoff nicht nur Menschen, sondern auch Umwelt und Tiere verseucht und mutieren lassen hat, wurde alles, was mit Elex zu tun hat, von den Berserkern verboten. Ihr Ziel ist es, den Wald zu heilen und die Erde wieder fruchtbar zu machen. Dafür pflanzen sie sogenannte Weltenherzen, welche sehr selten sind und zusätzlich von den Berserkern mit ihrem Leben beschützt werden.

Ray hat den Protagonisten beklaut. Outlander spaßen nicht. © THQ Nordic

Die Outlander haben sich die Wüste als ihr Zuhause auserkoren und sind eine recht einfach zu verstehende Gruppe – der Stärkste überlebt. Sie plündern Ruinen und sind stetig auf der Suche nach Waffen und Ausrüstung, oder zumindest Dingen, welche sie verkaufen können. Elex ist sowohl als Währung, als auch als Verstärkung für Waffen und Ausrüstung stets willkommen. Die Outlander beugen sich keinen Gesetzen und keinen Göttern, die Outlander sind der Meinung, frei leben und eine Welt bieten zu können, in der jeder etwas aus sich machen kann, der stark genug ist.

die Kleriker halten sich strikt an ihre Gebote © THQ Nordic

Das Einschlagsgebiet des Meteors gilt aufgrund ständiger vulkanischer Aktivitäten als tot und unbewohnbar, weswegen es die Kleriker als geeignetes Versteck auserkoren haben. Sie huldigen dem Gott Calaan, weswegen sie den Konsum von Elex in jeglicher Form als Sünde betrachten, jedoch nutzen sie dessen Energie, um sich technologisch weiterentwickeln und ihre Maschinen mit Energie versorgen zu können. Sie schwören auf Plasmawaffen und Mechanik und wollen Magalan in ein fortschrittliches, technologisches Zeitalter führen und wiederaufbauen.

Kalt, emotionslos und… süchtig?

Die Menschen, welche den Nebenwirkungen des Elex-Konsums standgehalten haben, nennen sich selbst „Albs„. Sie sind blass und sind nicht in der Lage Emotionen auszudrücken. Die Albs halten die Nutzung von Elex für Technologie und Maschinen nur für den Anfang und sehen im Konsum des Rohstoffs die neue Zukunft des Menschen, welche ihn stärker macht, und aufgrund fehlender Emotionen klarer denken lässt. Sie tun alles, um Magalan zu erobern und den Rohstoff an sich zu reißen, auch wenn das bedeutet, andere Menschen skrupellos zu töten. Verzichtet ein Alb auf den Konsum von Elex, so bekommt er Entzugserscheinungen, welche sich in einem großen Gefühlschaos bemerkbar machen, da Emotionen nicht mehr unterdrückt werden. Nicht immer überlebt der Betroffene den Entzug allerdings.

Bestie oder Frischling?

Das Spiel beginnt mit einer Bruchlandung, nachdem das Raumschiff des namenlosen Protagonisten angeschossen wird. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen Alb handelt – und nicht nur irgendeinen, sondern um „die Bestie von Xacor„. Die „Bestie“ hat allerdings auf seiner Mission versagt und so folgt dem Absturz gleich das nächste Unglück. Sofort tauchen drei weitere Albs auf, welche den namenlosen Protagonisten für sein Versagen erschießen und dann einfach liegen lassen. Was sie allerdings nicht wissen ist, dass er den Schuss überlebt hat und nur in Ohnmacht gefallen ist. Die Pechsträhne des Protagonisten ist damit jedoch noch nicht vorbei, denn ein Outlander nutzt die Gelegenheit und nimmt sich sämtliches Hab und Gut des Albs, um es zu verkaufen. Allein und verwirrt muss sich der Protagonist nun in der Wildnis zurechtfinden, zwischen Monstern und den sich bekriegenden Fraktionen, während er herausfinden muss, weswegen man ihn verstoßen hat. Und natürlich kommen auch noch diese ungewohnten Emotionen hinzu.

allein und verraten – jetzt geht es ums Überleben © THQ Nordic

Fazit

Die Welt von Elex ist riesig, es gibt viel zu entdecken und aufgrund der vielen Gegner und anderen Monster wird einem nie langweilig. Die verschiedenen Stile – Fantasy, Science-Fiction und Post-Apokalypse – sind zwar miteinander verbunden, jedoch durch die Areale, in welchen die Fraktionen leben, getrennt. Es gibt jedoch keine fixen Klassen und so kann sich der Spieler trotzdem dafür entscheiden, beispielsweise den Outlandern anzugehören und trotzdem mit Schwert und Schild zu kämpfen, wie es Berserker tun. Jegliche Entscheidungen bei Missionen und auch in Gesprächen, beeinflussen den Spielweg und das Ende des Spiels, sowie die Beziehungen zu anderen Personen. Es gibt keine bestimmte Reihenfolge, in welcher man die verschiedenen Missionen erledigen muss. Man kann gleich der Hauptmission nachgehen, oder aber vorher, beziehungsweise dazwischen, einige Nebenmissionen erledigen.

Die Grafik ist gewöhnungsbedürftig, so sind gewisse Dinge, wie zum Beispiel Bäume, mehr eckig als rund und die Texturen sind ab und an verzogen. Die Farben wirken manchmal nicht ganz so stimmig, weswegen die Umgebung etwas „überladen“ wirkt und das Auge keinen wirklichen Ruhepunkt findet, es somit also manchmal recht schwierig ist, Monster rechtzeitig zu entdecken, bevor sie den Spieler bemerken – vor allem in den Wäldern. Animationen lassen in manchen Momenten zu wünschen übrig, vor allem wenn man wo hinabspringt, oder sei es auch nur ein Gespräch, in dem sich der Mund nicht so richtig bewegt und die Emotionen nicht wirklich herauskommen. Allerdings ist Grafik nicht alles. Und wer Spiele wie Gothic und auch Risen kennt und liebt, der wird diesen Stil, der für Piranha Bites typisch ist, genauso lieben. Es verleiht dem Spiel Charakter und versetzt den Spieler auf eine positive Art und Weise in Erinnerungen zurück.

ab und an eckige Bäume und verzerrte Texturen – aber Grafik ist nicht alles © THQ Nordic

Die Spielmechanik ist ebenfalls ähnlich wie in Gothic. Mit jedem Level-Up erhält man Fertigkeitspunkte, welche man auf fünf verschiedene Fertigkeiten verteilen kann. Zusätzlich erhält man Punkte, um bestimmte Talente verbessern zu können, wobei jedoch ein Lehrmeister benötigt wird. Allerdings bekommt man pro Level-Up nur zehn Fertigkeitspunkte – klingt nach viel, das Problem hierbei ist jedoch, dass viele Waffen, oder andere nützliche Dinge, nicht nur eine Fertigkeit benötigen, um ausgerüstet zu werden. Und die Anforderungen sind von Anfang an ziemlich hoch. So kann es schon eine ganze Weile dauern, um genug Level aufgestiegen zu sein, damit genügend Fertigkeitspunkte verteilt werden können, damit man endlich eine gute Waffe in die Finger bekommt, um sich richtig verteidigen zu können.

mit jedem Level-Up können Fertigkeitspunkte verteilt werden © THQ Nordic

Elex hält auch einen skalierbaren Schwierigkeitsgrad bereit und verspricht so, dass jene Herausforderung geliefert wird, die sich der Spieler wünscht. Ich muss dazu allerdings sagen, dass die Gegner in manchen Momenten dennoch sehr stark waren und mir dann doch recht schnell die Ausdauer ausgegangen ist, weswegen ich natürlich nicht mehr richtig zuschlagen oder ausweichen konnte. Ich habe den Schwierigkeitsgrad dann auf Normal gestellt und konnte nur einen minimalen Unterschied erkennen – ebenso, als ich ihn auf Leicht gestellt habe.

jeder Winkel von Magalan will erkundet werden © THQ Nordic

Nichtsdestotrotz ist Elex ein spannendes und interessantes Spiel, das Handlung und auch herausfordernde Kämpfe bietet – und das auch noch mit verschiedenen Stilen vereint und kombiniert. Wem Gothic und Risen gefallen hat, sollte sich dieses Schmuckstück auf keinen Fall entgehen lassen!

Jack wurde schon als kleines Kind von den Viren Zeichnen und Videospiele angesteckt. Nebenbei schreibt sie auch gern Storys oder fotografiert - alles, was eben Kreativität erfordert. Das Entstehen eines Charakters, egal ob in Videospielen oder Filmen, hat sie immer schon begeistert und sie liebt es, sich in deren Geschichten zu verlieren. Vor allem die Welten von Dishonored, Thief und Assassin's Creed halten sie bis heute fest und begeistern sie bis über alle Maßen. Zu ihren größte Schwachstellen zählt aber auch die Flauschigkeit der süßen Waschbären.