Injustice 2 Review: DCs Superhelden steigen wieder in den Ring

PlayStation Review Xbox
Entwickler NetherRealm Studios
Publisher Warner Bros. Interactive Entertainment
Genre Fighting
Plattformen PS4, X1

Mitte Mai versorgten NetherRealm Studios sowohl Gamer als auch Comic-Fans mit Injustice 2, dem lange erwarteten Sequel zu Injustice: Gods Among Us. Das Spiele-Highlight vereint das beste aus beiden Welten: Mit den Entwicklern der Mortal Kombat-Reihe und den Kultfiguren aus dem Hause DC kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Veröffentlicht wurde das Spiel, wie auch der Vorgänger aus 2013, bei Warner Bros. Interactive Entertainment und erscheint vorerst nur für PlayStation 4 und Xbox One. Am Kern von Injustice wurde kaum rumgeschraubt, auch über eine Companion-App verfügt der zweite Teil. Neu ist jedoch das Gear System, ein Weg um im Laufe des Spiels an Loot zu kommen.

Für den Test haben wir die Xbox One-Version erhalten, die Screenshots wurden alle mit Microsofts eigenem Game DVR aufgenommen.

Die alte Superhelden-Leier?

Die Story von Injustice 2 ist nach den Geschehnissen des ersten Teils angesiedelt, spielt dieses Mal aber vollständig im alternativen Universum. Dort wurde Superman am Ende des Vorgängers in ein Gefängnis gesperrt, nachdem er versuchte die Weltherrschaft an sich zu reißen. Fünf Jahre danach sehen sich Batman und seine Verbündeten jedoch einer noch größeren Bedrohung gegenübergestellt. Dies zwingt sie dazu, Superman wieder freizulassen.

Batman vs Superman: Friendship Is Magic. ©Screenshot

Während man am Anfang noch den Konflikt zwischen Batman und Superman miterlebt, richtet sich der Fokus bald auf eine neue Gefahr: The Society und Brainiac bedrohen die Erde. Der Coluaner zählt zu den stärksten Antagonisten des DC-Universums und erweist sich im Laufe des Spiels als würdiger Nachfolger zum Diktator-Superman des ersten Teils.

Neben der Hauptstory von Injustice 2 bietet das Game auch noch einen Multiverse-Mode. In diesem Modus hat der Spieler die Möglichkeit, in verschiedenen Paralleluniversen diverse DC-Charaktere zu bekämpfen und Was-wäre wenn-Szenarien zu erleben.

Kampf der sterblichen Superhelden

Wie bereits erwähnt hat sich das eigentliche System im Vergleich zum Vorgänger kaum weiterentwickelt und wurde lediglich etwas aufpoliert. Ganz im Mortal Kombat-Stil prügel 3D Superhelden und -schurken in 2D Arenen aufeinander ein und versuchen, sich gegenseitig mit Kombos zu übertrumpfen. Das ist aber weniger als Kritikpunkt zu sehen, da dieses altbewährte Prinzip immer noch jede Menge Spaß bietet und aus dem Genre nicht wegzudenken ist.

Von diesen Animationen kann sich noch so mancher Titel etwas abschauen. ©Screenshot

Hervorzuheben ist die erzählerische und optische Weiterentwicklung der Reihe. Injustice 2 baut auf den Stärken von Gods Among Us auf und legt mit atemberaubenden Gesichtsanimationen und actionreicher Choreographie noch eins oben drauf. Nicht zuletzt deswegen zählt die Kampagne zu den besten Einzelspieler-Erfahrungen des Genres.

Mit 28 spielbaren Charakteren im Basisspiel und 10 weiteren aus DLCs bietet Injustice 2 etwas mehr Auswahl als der Vorgänger. Während manche Superhelden des ersten Teils nicht mehr (oder noch nicht) vertreten sind, haben auch einige neue Helden ihren Weg in den Roster des Spiels gefunden. Darunter ist auch die ein oder andere Figur, die in Injustice: Gods Among Us nur in Cutscenes vertreten waren, wie Gorilla Grodd und Scarecrow. Nach dem Erfolg von Scorpion im ersten DC Fighting-Titel wird es dieses Mal Sub-Zero aus dem Mortal Kombat-Universum zum Download geben.

Dress Up Superman

Mit dem Gear System bietet Injustice 2 nun erstmals auch eine Möglichkeit, die Charaktere anzupassen. Ähnlich wie bei vielen RPG-Titeln wird der Spieler nach Kämpfen mit XP und Loot belohnt. Dadurch erhält man neues Equipment, weitere Fähigkeiten oder auch Farben für seine Helden, welche dann in einem Loadout-System ausgerüstet werden können.

Joker in allen Farben und Formen. ©Screenshot

Während die Möglichkeit zur Customization richtig Laune macht, dämpft der zufällige Loot etwas die Freude. Auch die Einbindung von Microtransactions zum schnelleren Erhalten von Ausrüstung ist eine fragliche Entscheidung des Studios. Gut ist aber auf jeden Fall, dass das Gear System im Multiplayer disabled werden kann, sodass Spieler durch das Ausgeben von Geld keinen unfairen Vorteil erhalten.

Pro:

  • Unterhaltung im klassischen Mortal Kombat-Stil
  • Übertrifft den Vorgänger
  • Starke Story
  • Character Customization
  • Umwerfende Gesichtsanimationen
  • Lokaler Multiplayer

Contra:

  • Microtransactions
  • Random Loot

Fazit:

Mit Injustice 2 liefert NetherRealm Studios einen starken Nachfolger zum Prügelspiel von 2013. Angeboten wird das Spiel zu einem stolzen Preis von 69,99€ im Einzelhandel, im Internet lassen sich da noch zwischen 10 und 15€ einsparen. Die fesselnde Kampagne und der lokale Multiplayer bieten stundenlangen Spielspaß und machen Injustice 2 für Fans des Genres und Comic-Liebhaber zu einer lohnenden Investition.

Kuro ist unter anderem für den technischen Kram bei Motherbot zuständig. Wenn er nicht gerade über Musik schreibt, traut er sich als Bot auch an den ein oder anderen Artikel über Games. Sein erstes Taschengeld gab er für einen Gameboy Color mit Pokémon aus und danach ging's nur mehr bergab. Heute verbringt er den Großteil seiner Abende in Multiplayer-Spielen mit Freunden und fragt sich insgeheim, ob seine Freundin ihre Sims mehr liebt als ihn.