motherbot Highlights 2017 – Das hat uns dieses Jahr bewegt

Nerdkultur

Das Jahr ist schon wieder wie im Flug vergangen und hatte erneut so manch Überraschung für uns in petto. Manche mehr, manche weniger erfreulich. Falls ihr vor lauter Lootboxen nichts mehr sehen könnt, präsentieren wir euch hier unsere motherbot Highlights 2017 aus den Kategorien Games, Filme und Anime.

Emotionale Achterbahnfahrt – Doki Doki Literature Club!

Von Norbert Schröck

Für mich sind Story und Atmosphäre extrem wichtig, wenn es um Videospiele geht. Man kann dies auf viele unterschiedliche Arten transportieren: Schier endlose Panoramen, ein Soundtrack, der unter die Haut geht, glaubhafte Dialoge und so weiter. Den Spieler dazu bringen, etwas zu fühlen ist dabei stets das Ziel. Dabei soll es mehr sein als der Frust, weil aus der hart erspielten Lootbox doch wieder nur Müll raus kam. Ich meine echte Gefühle. Echte Freude, Angst oder Empathie.

Und hier kommt ddlc! ins Spiel. Bei dem free2play Titel dreht es sich um eine Visual Novel in der man in die Rolle eines männlichen high school Schülers schlüpft. Die Nachbarin bringt den Protagonisten dazu, dem Literatur Club beizutreten. Dort lernt man dann drei weitere Charaktere kennen. Der Anfang ist zwar etwas zäh und langwierig, aber die Charaktere wollen ja auch anständig vorgestellt werden. Das Spiel bricht viele Regeln und höchstwahrscheinlich euren Verstand. Viel mehr möchte und kann ich an dieser Stelle auch gar nicht mehr sagen. Geht einfach auf Steam oder die offizielle Homepage und ladet euch dieses kleine Juwel gratis herunter.

Eine bittersüße Geschichte vom Verlangen, der Neugierde und dem Erwachsenwerden – Made in Abyss

Von Khoa Nguyen 

Was mich für das Jahr 2017 wohl am meisten beeindruckt hat, war der verstärkte Fokus auf das Thema World-Building. Betrachten wir die Top-Platzierungen der diesjährigen The Game Awards 2017Verleihung, so haben Titel wie Horizon Zero Dawn, Nier: Automata und Zelda: Breath of the Wild ihren Stellenwert, neben der erfrischenden Spielmechanik und narrativen Erzählform, vor allem ihren fantastisch konzipierten Welten zu verdanken.

Unsere umgebende Welt, als ein erzählendes Element zu nutzen, hat auch in der Welt der Anime ihren Einzug gefunden. Aus diesem Grund, möchte ich auf mein Anime-Highlight für das Jahr 2017 eingehen: Made in Abyss.

Erschaffen von Akihito Tsukushi und produziert von dem Studio Kinema Citrus dreht sich Made in Abyss um ein aus mehreren Ebenen bestehenden gigantischen Abgrund, welcher unsere Protagonisten in jeder Ebene mit einer neuen skurrilen Flora und Fauna überrascht. Neben den obskuren Monstrositäten sind es vor allem die verschiedenen Weltmechaniken, die uns mit einem Staunen den Anime betrachten lassen.

© Kinema Citrus

Wir verfolgen die Handlungen von den Hauptprotagonisten Reg und Riko, welche einer nur allzu menschlichen Begierde nachgehen: der Neugier.
Dieser auf den Grund zu gehen ist für uns leicht nachvollziehbar und zieht uns in den Bann. Neben der faszinierenden Welt zählt für mich die Darstellung der menschlichen Psychologie im Zusammenhang mit dem Unbekannten zu den absoluten Highlights des Anime. Diese dargestellte Dualität erfährt ihren Höhepunkt als eine kindliche Wunschvorstellung auf ihre grausame Realität stößt.

So kann ich Made in Abyss jeden Dark-Fantasyfan nur wärmstens ans Herz legen. Vorausgesetzt man hat mit einem Studio Ghibli-ischen Charakterdesign, einigen sauer aufstoßenden Themen und diversen Gore-Effekten keine Probleme. Aufgrund der Bildgewalt, der Dramaturgie und dem perfekt abgestimmten Einsatz von Musik, ist für mich Made in Abyss mein Anime-Highlight 2017.

Citadel: Forged with Fire – Believe in magic you muggle!

Von Heike Schäfer

Dieses Jahr hat mich kein Spiel so gepackt wie Citadel: Forged with Fire. Das Online Sandbox RPG kommt von den Entwicklern Blue Isle Studios und Virtual Basement. Diese sind unter anderem für Titel wie Slender & ARK verantwortlich zu machen. Sie entführen uns in eine Welt voller Magie, in der wir uns mit mächtigen Kreaturen auseinandersetzen müssen, unsere eigene Residenz aufbauen können und uns mit anderen Zauberern und Hexen messen dürfen. Und das alles in einer atemberaubenden Umgebung.

Das Spiel befindet sich zwar gerade noch im Early Access Stadium, wird aber vorraussichtlich schon im Frühjahr 2018 fertiggestellt. Wer also schon immer auf einem Besen durch die Lüfte streifen wollte und davon träumt auf Drachen zu reiten, der ist hier genau richtig!

Der härteste Kampf ist immer noch der Kampf mit sich selbst!

Von Jack Ryder

Es gibt einige Spiele, die mich im Jahr 2017 wirklich begeistert haben – normalerweise würde ich jetzt meine typischen Favoriten aufzählen, wie Dishonored – Death of the Outsider, Total War: Warhammer 2 oder Assassin’s Creed Origins.

Allerdings gibt es ein Spiel, das sich dieses Jahr besonders hervorgehoben hat – und das nicht nur aufgrund der atemberaubenden Grafik und der unglaublichen Atmosphäre. Nein, hierbei geht es mir auch um die wahnsinnig fesselnde Geschichte und vor allem um ein bestimmtes Thema, welches oft noch als „Tabu“ gilt, von diesem Spiel aber wunderbar eingeflochten wurde.

Mein persönliches Game of the Year 2017 ist also Hellblade – Senua’s Sacrifice. Entwickelt und herausgebracht wurde dieses Schmuckstück von Ninja Theory und ist nicht umsonst so gut bei vielen Spielern angekommen.

Anders als andere Spiele gibt es hier kein Inventar, kein Charaktermenü, keinerlei Anzeigen bis auf das Speicher-Symbol und auch keine Kapitelauswahl. Selbst der Speicherstand wird nach dem Durchspielen gelöscht, allerdings sind diese Dinge hier auch gar nicht notwendig.

Man folgt der Protagonistin Senua, einer Piktin Ende des 8ten Jahrunderts, auf ihrer Reise ins Land der Nordmänner. Ihr Ziel ist Helheim, das Reich der Totengöttin Hela, um die Seele ihres Geliebten Dillion befreien und ihn so zurückholen zu können. Auf dieser Reise muss sich Senua nicht nur einmal im Kampf gegen Nordmänner beweisen. Ebenso Valravn und den Feuerriesen Surt muss sie sich gegenüberstellen, verborgene Rätsel lösen und – die wohl schwierigste Aufgabe – sich selbst akzeptieren lernen, um die Dunkelheit in ihr zurücklassen zu können.

© Ninja Theory

Mit Hellblade – Senua’s Sacrifice hat Ninja Theory ein atemberaubendes Spiel erschaffen, in dem Psychosen und psychische Störungen nähergebracht und auch sehr gut dargestellt werden, wobei auch zusätzlich mehr über die keltische und nordische Mythologie gelernt werden kann. Die Entwickler holten sich für eine sorgfältige und sensible Behandlung des „Tabu-Themas“ Psychologen und Professoren zur Beratung, wobei auch Betroffene selbst in die Entwicklung miteinbezogen wurden und das Team unterstützten. Immer wieder muss sich Senua mit ihren Ängsten und Panik konfrontiert sehen und sie überwinden, dabei Aufgaben und Rätsel lösen.

© Ninja Theory

So bringt das Spiel ein sensibles Thema näher und hilft, Verständnis und Wissen dafür zu erzeugen, in Kombination mit einer spannenden und nervenaufreibenden Geschichte über eine starke Kriegerin, und auch höchst interessanten Mythologien.

Ich kann Hellblade – Senua’s Sacrifice nur wärmstens weiterempfehlen – denn auch, wenn es etwas kurz ist, umso spannender und fesselnder ist es.

 

Realitätsflucht

Von Melita Halilovic

Ehrlich gesagt, das Beste an 2017 ist, dass es jetzt endlich rum ist. Und in einem Jahr das geprägt ist von schlechten Nachrichten – ähm ich meine natürlich fake news – bieten Videogames und Filme eine willkommene Flucht vor dem Alltag. Vor allem humorvolle Komödien und Feel-Good Filme haben es mir dieses Jahr angetan, um wenigstens kurzzeitig meinen Glauben an die Menschheit wieder aufleben zu lassen.

Marvel ist hier ganz klar Vorreiter. Thor: Ragnarok ist so ziemlich einer meiner absoluten Lieblingsfilme dieses Jahr. Der dritte Teil der Thor Trilogie stellt einen krönenden Abschluss dar und Regisseur Taika Waititi (5 Zimmer Küche Sarg) gibt dem Film seinen persönlichen Flair. Niemand verlässt diesen Film ohne sich besser zu fühlen, als davor. Action ohne Ende, Humor vom Feinsten und Chris Hemsworths Six-Pack, was will man mehr.

Ich möchte aber auch gerne noch einen neuen Film erwähnen, der diese Woche bei uns startet: The Greatest Showman. Ein Musical über das Leben des Zirkuspioniers P.T. Barnum, gespielt von Hugh Jackman. Großartige Musik, eine herzerwärmende Story und damit der perfekte filmische und atmosphärische Start in ein besseres Jahr 2018.