SpellForce 3 Beta angespielt: Endlich wieder Echtzeit!

PC Review
Entwickler Grimlore Games
Publisher THQ Nordic
Genre RTS/RPG
Plattformen PC

Vierzehn Jahre nach dem Erscheinen des ersten Teils ist es bald so weit: SpellForce 3 steht in den Startlöchern. Noch dieses Jahr, genauer gesagt am 07. Dezember 2017, will THQ Nordic die neuste Auskopplung der Erfolgsserie für PC veröffentlichen. Gemeinsam mit Grimlore Games wurde der Nachfolger des RTS/RPG-Hybriden entwickelt.

Wie der Titel schon verrät: Angespielt wurde nur die Beta-Version des Spiels! Wer eine komplette Review des Spiels bevorzugt, der muss sich leider noch bis Dezember gedulden. Alle anderen finden hier eine kurze Zusammenfassung der ersten Reise zurück in die Welt von Eo.

Das Ding mit den Genres…

SpellForce 3 ist, wie auch schon die Vorgänger, eine Mischung zwischen Echtzeitstrategie und Rollenspiel. Vorstellen kann man sich darunter in einen Mix aus Warcraft 3 und Diablo: Man kontrolliert Einheiten, baut Gebäude und muss Ressourcen farmen, gleichzeitig kontrolliert man aber einen oder mehrere Helden, die Leveln und neue Ausrüstung bekommen. Das Besten aus beiden Welten eben.

Das letzte Real-time Strategy Spiel mit Fantasy-Setting ist auch schon gefühlte hundert Jahre her. Sci-Fi heißt es seit dem Erfolg von StarCraft 2. Schade eigentlich, denn in den mittelalterlichen Welten von Age of Empires und Co. habe ich meine Kindheit verbracht. Auch das Genre selbst verschwand in den letzten Jahren immer mehr von der Bildfläche. Was nicht eSports tauglich ist, muss sich hinten anstellen. MOBAs haben großteils den Platz von RTS‘ eingenommen. Rundenbasierte Spiele erforden mehr Strategie als Echtzeit. Was dabei gerne vergessen wird ist, dass Real-time Strategy vielen aber einfach Spaß macht. Und nicht jeder auf Raumschiffe und Panzer steht.

Helden samt Inventar und Skilltree in der RTS-Welt. ©Screenshot

Von Rollenspielen in isometrischer Ansicht war ich hingegen nie der größte Fan. Spielen wie Baldur’s Gate konnte ich nie viel abgewinnen, obwohl mich Design und Story reizten. Wenn ich die Rolle eines Charakters spiele, dann will ich ihm näher sein als nur von oben auf ihn hinabzublicken. Bei SpellForce hat mich das jedoch nie sonderlich gestört, da überwiegt wohl einfach die Liebe zur Echtzeitstrategie. Immerhin sind Helden hier auch nur eine weitere Einheit.

Dem nicht genug, ich oute mich hier offiziell auch noch als Grafikhure. Spitzt die Heugabeln und zündet die Fackeln, aber Optik ist mir persönlich bei Spielen ebenso wichtig wie Gameplay und Story. Nur wenn alle drei Bedürfnisse ausreichend erfüllt werden, kann ein Spiel sehr gut sein. Zum Glück hat SpellForce 3 auch hier so einiges zu bieten. Das Game verfügt über wunderschöne Karten im detaillierten Design. Die Maps sind abwechslungsreich und die verschiedenen Rassen besitzen ausgeprägte Architekturstile.

Eine heroische Kampagne?

Trotz des Namen SpellForce 3 spielt der Nachfolger einige Jahrhunderte vor den ersten beiden Teilen. Nach der Rebellion der vier Fürstenhäuser liegt das Land Eo in Trümmern, die zerstörerische Konvokation hat jedoch noch nicht stattgefunden. In der Kampagne spielt man ein Mitglied der königlichen Armee und versucht, seinen Namen reinzuwaschen. Als Kind eines der rebellierenden Magiers hat man sich dort nicht sonderlich viele Freunde gemacht.

Anfangs zieht man in feinster Rollenspiel-Manier los und erkundet die Welt, tötet Monster und sucht nach Beute. Was man halt in RPGs so macht. Sechs Skilltrees bieten verschiedene Spezielisierungen, vom nahezu unsterblichen Nahkämpfer bis zum unterstützenden Heilmagier. Auch über Attribute verfügt unser Held, beim Level-up darf man sich also wieder zwischen Stärke, Intelligenz und Co. entscheiden.

Klassische Echtzeitstrategie im neuen Look. ©Screenshot

Nach dem Rollenspiel-lastigen Anfang geht es aber nahezu nahtlos in den Strategieteil des Spiels über. Man bekommt eine kleine Armee und muss Gebiete von den Orks zurückerobern. Dabei hat sich SpellForce 3 aber etwas einfallen lassen, das es von anderen RTS-Titel abhebt: Die Karte ist in verschiedene Sektoren unterteilt. Diese müssen eingenommen werden, bevor sie bebaut werden können. In jedem Sektor stehen dem Spieler jedoch nur eine begrenzte Anzahl an Arbeitern zur Verfügung. Wer also mehr Ressourcen braucht, muss mehr Land einnehmen. Und dieses auch verteidigen können.

Magischer Multiplayer!

Wie viele Genrekollegen verfügt auch SpellForce 3 über einen Multiplayer-Modus. Hier zeigen sich die Stärken des Spiels, da das eigene Strategiesystem in seiner Gänze zur Geltung kommt. Der Kampf um Sektoren verlangt dem Spieler einiges an Taktik ab, da nicht jedes Gebäude in jedem Sektor Sinn macht. Die dynamische Verteilung der begrenzten Anzahl an Arbeitern ist ein Muss, da sonst schnell mal Rohstoffe knapp werden oder Gegner an unbemannten Türmen einfach vorbeispazieren.

Sechs vorgefertigte Helden stehen hier zur Rekrutierung bereit, einer für jede Spezialisierung in der Kampagne. Mit Magier und Schwerkämpfern heißt es dann Karte erkunden. Diese bietet auch die ein oder andere Überraschung, damit sich das Risiko für Abenteurer auch lohnt. Der Rest der Mehrspieler-Partien verläuft im Großen und Ganzen dann, wie man es von anderen RTS-Titeln kennt: Ressourcen farmen, die Basis ausbauen und Feinde platt machen.

Eisen wird für Elitetruppen benötigt, ist aber nicht in jedem Sektor zu finden. ©Screenshot

In der Beta gibt es momentan zwei verschiedene Maps zu testen, eine für zwei Spieler und eine für vier. Die Screenshots auf der offiziellen SpellForce-Seite, lassen aber auf viele weitere Karten schließen. Die Bilder zeigen verschiedene, liebevoll gestaltete Welten, von kargen Gebirgswäldern bis hin zu fruchtbaren Dschungeloasen. Unter Fraktionen listet die Homepage bis jetzt lediglich Elfen, Menschen und Orks. Drei spielbare Rassen sind für heutige Fantasy-Spiele vergleichsweise wenig, Warcraft 3 beispielsweise bot vor 15 Jahren zumindest vier Optionen an. Hier bleibt nur zu hoffen, dass noch weitere Fraktionen in das Spiel eingebaut werden. Möglichkeiten bietet die Welt von Eo ja genügend.

Fazit:

In SpellForce 3 steckt Nostalgie und Hoffnung. Viel zu lange gab es kein gutes Spiel dieser Art mehr, da sind die Erwartungen und Wünsche an das Spiel schon sehr hoch. Die epischen Echtzeit-Schlachten meiner Kindheit sind viel zu lange her. Die Beta von SpellForce 3 hat mich dabei alles andere als enttäuscht. Die ersten Stunden im neusten Teil der SpellForce-Reihe fühlten sich dabei einfach stimmig an und dieser sieht dabei noch wunderschön aus.

Ob das fertige Spiel dann auch als Ganzes überzeugen kann, bleibt aber noch offen. Liefern uns die Entwickler mit der Story des Spiels eine spannende Kampagne? Bietet das Game im Gesamten mehr als nur ein gutes Konzept? Wenn sie auf den Stärken der Beta aufbauen, dann definitiv.

Kuro ist unter anderem für den technischen Kram bei Motherbot zuständig. Wenn er nicht gerade über Musik schreibt, traut er sich als Bot auch an den ein oder anderen Artikel über Games. Sein erstes Taschengeld gab er für einen Gameboy Color mit Pokémon aus und danach ging's nur mehr bergab. Heute verbringt er den Großteil seiner Abende in Multiplayer-Spielen mit Freunden und fragt sich insgeheim, ob seine Freundin ihre Sims mehr liebt als ihn.