Steins;Gate 0: Zeitreise Epos erhält endlich ein Sequel

Anime & Manga Nerdkultur

Die News sind raus und es ist endlich soweit. Steins;Gate 0, welches 2015 als Videospiel auf den gängigen Heimkonsolen veröffentlicht wurde, erhält nun eine Anime Adaption. Der Start der Produktion wurde durch den Publisher Kadokawa im selbigen Jahr bereits verkündet, doch wurde seitdem der Mantel des Schweigens über das Projekt gelegt. Dieser wurde nun auf der diesjährigen Anime Expo gelüftet und ein Veröffentlichungsdatum für 2018/2019 verkündet.

Sollte mich das interessieren?

Aber hallo!!! Steins;Gate zählt zu den größten Aushängeschildern, was das Zeitreisegenre zu bieten hat und gehört zu meinen All-Time-Favorite Anime. Wer die Serie kennt, wird wissen, welch unglaubliches Niveau das Werk beinhaltet. So ist es zu verkraften, dass der Veröffentlichungstermin für das Sequel sehr vage gehalten wird.

Schmeißt die Zeitmaschine an: Wir machen einen Ausflug ins Jahr 2011

Damit meine Worte auch für diejenigen Sinn ergeben, die kein Vorwissen haben, werden die nächsten Zeilen der Steins;Gate Welt gewidmet. Der Anime aus dem Jahre 2011 basiert auf das gleichnamige Visual Novel und beinhaltet eine durchdachte Handlung rund um die Themen Zeitreisen, Verlangen, Konsequenzen und Aufopferung.

Warum hat mich Steins;Gate seiner Zeit so geflasht?

Die Geschichte erzählt von Rintarou Okabe, seines Zeichens selbsternannter „Mad Scientist“ alias Hououin Kyouma, der von der Thematik der Zeit völlig eingenommen ist, mit ihr herumspielt und schließlich von den Konsequenzen seines Handelns eingeholt wird. Anhand von Informationskomprimierung und einem Handy, liegt es nun an unseren Protagonisten den Verlauf der Zeit und somit das vermeintliche Schicksal umzuändern.

Okabe ist einer der erinnerungswertesten Anime Charakter, die ich kennengelernt habe. Meint man anfangs noch, dass man ihn schnell durchschaut hat, entwickelt sich dieser zu einem völlig atypischen Protagonisten, der mit der grausamen Realität seiner eigenen Entscheidung konfrontiert wird.

Steins;Gate Cast

Der Steins;Gate Cast ©Kadokawa

Steins;Gate ist ein Anime der sich stark um seine Charaktere dreht, weswegen er auf starke emotionale Bindungen auf seitens seiner Zuschauer setzt. Sollten die nicht vorhanden sein, so verliert die Story eines ihrer wichtigsten Bezugspunkte. Die Balance zwischen losgelöstem Slap-Stick, absoluter Aussichtslosigkeit und die daraus resultierende Entschlossenheit allen Widrigkeiten entgegenzutreten, ist in meinen Augen in Perfektion zusammengestellt.

Die absolute Auflösung eines liebgewonnenen Charakters zu sehen, weil er an seiner Ohnmacht verzweifelt, ist geradezu herzzerreißend. Mit Kurisu Makise hat Okabe glücklicherweise ein ihm ebenbürtigen Female-Lead an seiner Seite.
Kleiner Fun Fact: Im Jahre 2014 war sie die Gewinnerin des Best-Girl-Contest bei der International Saimoe League ;).

Die Romanze, die sich um diese zwei starken Protagonisten entwickelt, ist eine der unterhaltsamsten, wunderschönsten und durchdachtesten, welche die Animewelt zu bieten hat. Ich kann gar nicht genug Szenen Revue passieren lassen, die mich entweder schmunzeln, peinlich berührt, zutiefst bewegt oder einfach nachdenklich zurückgelassen haben.

Ein unschlagbares Duo: Kurisu und Okabe. ©Kadokawa

Genau diese Szenen sind es, die diesen Anime so bemerkenswert machen. Doch werden sie nicht nur von unseren beiden Hauptprotagonisten ausgelöst, sondern von allen Charakteren, die im Steins;Gate Universum vorkommen. Figuren einer Geschichte toll zu finden ist absolut subjektiv. Mein Maßstab ist in diesem Fall recht simpel: Entweder ich mag den Charakter, oder ich find es toll, wie sehr ich den Charakter nicht mag.

Beide dieser Fälle lassen sich für mich in Steins;Gate wiederfinden. Doch alle passen sie wie die Faust aufs Auge und durchleben eine anfangs nicht auszumalende Charakterentwicklung. Jeder Charakter hat seinen absoluten Stellenwert und wird einem unweigerlich ans Herz wachsen, da sie mit der Erkenntnis konfrontiert werden, dass die Zeitmanipulation kein Allheilmittel darstellt.

Die Protagonisten haben alle ihre eigenen Überzeugungen und Wertvorstellungen. ©Kadokawa

Zeitreisen, fantastisches Storytelling und unglaublich ausgereifte Charaktere. Was fehlt noch, um diesen Anime auf die Stufen der Greatest-Of-All-Time Werke seiner Zunft zu hieven? Eine Bondingszene zwischen Kirisu und Mayuri! Oh hoppla, woher kam dieser Wunschgedanke..?

Natürlich meine ich die Musik und die ist einfach bombastisch. Sei es der ausgelassene J-Pop, der uns während des Intros um die Ohren fliegt, die zutiefst berührenden Klavierstücke oder die plötzlich bedrohlichen Streicher, die uns auf die Kante unserer Sitze treiben. Sie alle untermalen die teils bildgewaltigen Szenen fantastisch.

Eine weitere musikalische Komponente ist der Einsatz der Stille. Während ruhigen Szenen und Aspect-to-Aspect Kameraeinstellungen wird häufig völlig auf Musik verzichtet. Dadurch wird uns viel Raum gewährt, um in die Gedanken- und Stimmungswelten der Charaktere einzutauchen, nur damit plötzlich gesprochene Worte eine noch größere Wirkung entfalten.

Nun wisst ihr Bescheid!

Auch wenn die Rahmenbedingung dieser Handlung vermutlich nicht die pure Innovation darstellt, liegt die Einzigartigkeit dieses Werks in der Ausführung und der Korrelation der verschiedenen Aspekte der Zeitthematik. Der Anime lässt Raum, um auch den logischen Part des Zeitreisens zu erklären. Als mein persönliches Highlight, sehe ich die vielen Referenzen zu denen der Anime Bezug nimmt. Sei es der Zeitreisende John Titor, der angeblich aus dem Jahr 2036 stammt, oder die Großforschungseinrichtung Cern aus der Schweiz.

Der Anime brachte in mir einen Malstrom aus Emotionen hervor. Ich lachte laut, musste Tränen zurückhalten, fieberte mit und versank in meiner Gedankenwelt. Die Auflösung des Sisyphos-Leidens unseres Protagonisten gehört für mich zu den besten und befriedigsten Enden, welches die Animewelt je hervorgebracht hat und so kann ich Steins;Gate ohne Bedenken jedem Anime und Science-Fiction Fan ans Herz legen.

Ein wichtiger Hinweis für alle Neueinsteiger vorweg: Steins;Gate wirkt am Anfang sehr behäbig und wird gerne als Slow-Pace bezeichnet. Lasst euch davon nicht abschrecken. Nach den Anfangsepisoden nimmt die Geschichte im Highway-Express sowas von Fahrt auf, und fesselt euch ohne Gnade vor eure Bildschirme. Großes Indianer-Ehrenwort.

Nun also Steins;Gate Zero

Worum handelt es sich nun also bei diesem Sequel? Steins;Gate 0 erzählt die Geschichte einer alternativen Weltlinie, die durch den Butterfly-Effekt zustande kam und schlägt dabei einen deutlich düsteren Ton an.

Ohne zu viel zu verraten, befasst sich die Story mit den Entwicklungen, die notwendig sind, um den Abschluss der uns bekannten „wahren“ Handlung von Steins;Gate zu bewirken. Besitzer einer PS4 oder PS Vita haben diesen Titel evtl. bereits 2015 als Visual Novel von PQube in Erfahrung bringen können. So liegt es erneut an Okabe Rintarou zwischen den verschiedenen Weltlinien zu springen, um dem Schicksal entgegenzutreten.

Key Visual zu Steins;Gate 0. ©Kadokawa

Der Publisher Kadokawa hat im Zuge der Ankündigung bereits preisgegeben, dass im Oktober ein Marathon Re-Run des Original Anime stattfinden wird. Höchste Zeit also auch für uns die Sitzgruben des Sofas bequem zu formen und das Sitzfleisch zu trainieren. Anfang August wurde durch Taka Himeno zudem eine Manga Adaption von Steins;Gate 0 veröffentlicht.

Zu Steins;Gate 0 erscheint auch eine Manga Adaption. ©Kadokawa

Multiversen, Zeitreisen und Science-Fiction sind derzeit beliebte Themen. Ich lasse hier einfach mal das Stichwort Rick & Morty fallen :).
Die Bestätigung der Veröffentlichung erfolgt also zu einem optimalen Zeitpunkt, auch wenn man sich sicherlich wundern darf, warum die Adaption (trotz großen Erfolg des Visual Novels) erst so spät kommt.

Nichtsdestotrotz freue ich mich riesig auf das Ding, da die lange Vorlaufzeit bis zur Veröffentlichung erneut eine hohe Produktion versprechen lässt. Bis dahin müssen wir uns eben in Geduld üben, uns mit den Anime der upcoming Seasons befassen, oder einfach nur Steins;Gate in der Re-Run-Dauerschleife laufen lassen.

Khoa hat sich schon seit jeher der Anime und Mangawelt hingegeben. Da sich die Beziehung zwischen Japanern und ihren virtuellen Partnern durch den Technologiefortschritt zu intensivieren scheint, hat er es sich zur Aufgabe gemacht nach der perfekten Waifu zu suchen.