The Elder Scrolls Online: Morrowind – Nostalgie auf der Insel

PC PlayStation Review Xbox
Entwickler Bethesda
Publisher ZeniMax Online Studios
Genre MMORPG
Plattformen PC, OSX, PS4, XBO

Mit The Elder Scrolls Online versucht Bethesda seit drei Jahren, am MMO-Markt mitzumischen. In Zusammenarbeit mit ZeniMax Online Studios hat der Entwickler nun am 06. Juni 2017 das erste, neue Kapitel für den Multiplayer-Ableger der Elder Scrolls-Reihe: Morrowind herausgebracht.

Kapitel ist dabei ein sehr großzügiger Name, da das ganze eher an einen bloßen DLC erinnert, mehr dazu aber später. In der neuesten Erweiterung des MMORPGs kehrt der Spieler an den Schauplatz des dritten Elder Scrolls-Teils zurück, Nostalgie ist dabei garantiert.

Der Kampf ums Online-Überleben

The Elder Scrolls Online hat in seinen drei Jahren schon einiges an Veränderungen durchgemacht. Anfangs hat es sich kaum von anderen Genrekollegen abgehoben. Dank dem One Tamriel-Update und einigen DLCs mischt es aber seit einiger Zeit bei den beliebteren MMO-Titeln mit.

Von wegen vom Aussterben bedroht. © Bethesda

Einen Kritikpunkt, mit dem ESO immer noch zu kämpfen hat, verdankt es ausgerechnet den eigenen Reihen. Dank starker Rollenspiele aus dem Hause Bethesda erwarten viele Spieler beim Kauf ein zweites Skyrim – und das auch immer noch nach dem gefühlten 20. Release des fünften Elder Scrolls-Teils. Geboten wird aber ein typisches MMORPG mit einem Hauch von Tamriel. Eigentlich klar, dass eine derart offene Welt online kaum umgesetzt werden kann.

Ein kurzes Kapitel

Rückkehr nach Morrowind heißt es in diesem Kapitel bloß für den Spieler, die Story selbst spielt nämlich ganze 700 Jahre vor dem gleichnamigen Kulttitel aus 2002. Keinem geringeren als dem Kriegerpoeten und lebendem Gott Vivec selbst soll man dabei helfen, die Welt zu retten.

Wer will nicht einen Gott treffen? ©Bethesda

Dabei kommt die ganze Stärke des (überarbeiteten) Storytellings des Spiels zum Einsatz. ESO bietet eine nette Abwechslung zu vielen anderen Fantasy-MMOs, da es neben den üblichen Quests auch noch eine “menschlichere” und sogar humorvollere Seite des Genres zeigt. Schade eigentlich, dass die Hauptstory in ungefähr drei Stunden durchgespielt werden kann. Selbst die zusätzlichen Sidequests, wenn auch nicht uninteressant, bieten leider kaum mehr Ablenkung.

Nostalgie pur

Knapp 15 Jahre nach dem ersten Besuch führt Bethesda die Spieler erneut zurück nach Morrowind. Der Handlungsort des neuesten Kapitels ist Vvardenfell, eine Insel in der Provinz. Die atemberaubende Welt erneut in HD zu erleben, ist für Liebhaber des Originals eine ganz besondere Erfahrung.

Dass das Entwicklerteam selbst wohl zu großen Fans des dritten Elder Scrolls-Teils zählt, wird sofort nach den ersten Schritten auf der Insel klar. Die magische Umgebung des Originals wurde liebevoll nachgebaut, von mächtigen Pilzen, die die Landschaft Vvardenfells prägen, bis hin zu bekannten Melodien, die Erinnerungen wecken.

Pilze wie Bäume. ©Bethesda

Jedoch gibt es auch hier einen Wermutstropfen: Der größte Teil von Vvardenfell wird vom Roten Berg eingenommen – einem Vulkan in der Mitte der Insel. Betreten werden kann dieser vom Spieler nicht und ohne ihn wirkt die Karte gleich weniger beeindruckend.

Bärenstarke Klasse

Eine neue Klasse, ein neuer PVP-Modus und eine neue Prüfung bietet das Kapitel Morrowind neben der kurzen Story. Eigentlich nichts, was nicht auch in DLCs hätte verpackt werden können. Vermutlich auch ein Grund, warum Bethesda das Wort Erweiterung eigentlich gar nicht selbst verwendet.

Der Hüter, ein epischer Krieger mit einem mächtigen Bären an seiner Seite, steht dem Spieler mit Morrowind zur Verfügung. Vielleicht etwas zu episch, da alle alten Klassen neben dem Hüter irgendwie underwhelming wirken. Nicht zuletzt deswegen, weil dieser als DPS, Tank oder auch Support fungieren kann. Das sind aber Kleinigkeiten, die man dank des neuen Haustierchens gerne übersehen kann.

Viel Vulkan, wenig Insel. ©Screenshot

In den Schlachtfeldern können nun drei Teams mit jeweils vier Spielern gegeneinander antreten. Für PvP-Fans eine interessante Neuerung, da die Einführung einer dritten Partei nun einiges an Koordination und Taktik fordert. Das gut durchdachte Design der Karten wird aber kaum reichen, um überzeugte PvE-Spieler in die Online-Schlachten einzuführen.

Pro:

  • Hoher Nostalgiefaktor
  • Liebevolles Design
  • Neue Klasse mit epischem Kriegsbären

Contra:

  • Viel Geld für wenig Content
  • Schwaches Hauptspiel
  • Schlechtes Balancing zwischen alten und neuen Klassen

Fazit:

Nach gut einem Monat Erkundungstour durch alle Ecken von Morrowind kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass es eine liebevolle Hommage an den dritten Elder Scrolls-Teil ist und Freunde des Originals überrascht sein werden, wie viel sie wiedererkennen werden. Dennoch kratzt The Elder Scrolls Online: Morrowind als MMORPG nur an der Oberfläche von dem, was es hätte sein können. Auch als neues Kapitel von ESO überzeugt es nicht ganz, da es für 39,99€ auf Steam doch relativ wenig neuen Content liefert.

Kuro ist unter anderem für den technischen Kram bei Motherbot zuständig. Wenn er nicht gerade über Musik schreibt, traut er sich als Bot auch an den ein oder anderen Artikel über Games. Sein erstes Taschengeld gab er für einen Gameboy Color mit Pokémon aus und danach ging's nur mehr bergab. Heute verbringt er den Großteil seiner Abende in Multiplayer-Spielen mit Freunden und fragt sich insgeheim, ob seine Freundin ihre Sims mehr liebt als ihn.