Uncharted: The Lost Legacy Review – Auf auf! Zu neuen Abenteuern!

PlayStation Review
Release 23. August 2017
Genre Action-Adventure
Plattformen PlayStation 4
Entwickler Naughty Dog
Publisher Sony Interactive Entertainment

Endlich gibt es neues Futter vom Entwicklerstudio Naughty Dog. Nach dem gelungenen Abschied von Nathan Drake im vierten Teil des Schatzjägerabenteuers, verschlägt es nun zwei alte Bekannte nach Indien. Unsere Redakteurin hat Uncharted: The Lost Legacy, welches am 23. August 2017 auf der PlayStation 4 erscheint, für euch angetestet.

Das ungleiche Team in Uncharted: The Lost Legacy

Chloe Frazer und Nadine Ross bilden das neue Dreamteam aus dem Hause Naughty Dog. Bei wem diese Namen jetzt keine Erinnerungen wach rufen sollten, der sollte nun ganz genau mitlesen. Oder einfach die Uncharted Quadrologie spielen … 😉 Aber ich kann euch versichern: The Lost Legacy funktioniert natürlich genauso gut ohne Vorwissen.

Chloe Frazer tritt das erste Mal in Uncharted 2: Among Thieves auf den Plan und machte damals schon sofort klar, dass sie ganz gut auf sich alleine aufpassen kann. Auch wenn das heißt, manchmal aus gefährlichen Situationen einfach abzuhauen und die eigene Haut zu retten. Intelligenz, archäologisches Wissen und genug kriminelle Energie sind eine erfolgsgebende Mischung für die taffe Schatzjägerin.

Im neuen Uncharted spielt ihr als Chloe Frazer. ©Sony

Genauso stark kommt ihre Partnerin Nadine Ross daher, die im vierten Teil der Uncharted-Reihe Uncharted 4: A Thief’s End eine entscheidende Rolle spielt. Nadine ist damals Chefin von Shoreline, einer paramilitärischen Organisation, die mit dem Gegenspieler von Nathan Drake  gemeinsame Sache macht. In einem Kampf gegen Drake zeigt sie, dass sie sich genauso gut, wenn nicht sogar besser wehren kann, als ihre käuflichen Söldner. Kein Wunder also, dass sie nun denselben Weg eingeschlagen hat und von Chloe als Söldnerin angeheuert wurde. Nadine ist dank ihrer militärischen Vergangenheit eher die Taktikerin der beiden und nicht ganz so impulsiv wie Chloe.

Nadine Ross begleitet Chloe auf ihrer Suche nach dem verlorenen Artefakt. ©Sony

Klingt nach vollem Klischee für weibliche Darstellerinnen in einem Action-Adventure? Ja! Mag schon sein. Aber das Studio schafft es den Charakteren Tiefe, Witz und Authentizität zu geben. In Uncharted: The Lost Legacy treffen also zwei gut geschriebene und verdammt starke Frauenrollen der Videospielwelt aufeinander. Mit der bestimmten Prise Naughty Dog Humor wäre dies allein eigentlich schon Unterhaltung genug.

Bekannte Hilfsmittel für eure Schatzjagd

Unser Abenteuer startet mit Chloe in einem kleinen Laden in Indien, in dem uns ein gewitztes Mädchen über den Tisch ziehen möchte. Chloe durchschaut die Kleine natürlich sofort und wir werden wie gewohnt, durch diese nette Einleitung, flüssig in das Spiel eingeführt.

Die Schatzjägerin ist auf der Suche nach einem alten indischen Artefakt – dem verlorenen Stoßzahn Ganeshas. Deswegen sind wir also im sagenumwobenen Indien. Und da die Suche auf keinen Fall zu einfach sein darf, gibt es auch hier wieder einen fiesen Gegenspieler mit mehr als einer Hand voll Schergen, die ihn unterstützen. Daher ist auch Nadine an unserer Seite – alleine wäre diese Schatzjagd wohl kaum zu schaffen. Nicht einmal für eine Chloe Frazer.

Die zwei sind ein überraschend gutes Team. ©Sony

Zuerst müssen wir besagte Verbündete aber erst einmal aufspüren. Unser Treffpunkt ist, wie schon im Trailer gezeigt, das Dach eines Hauses. Alleine auf dem Weg dorthin verfällt man (und damit meine ich vor allem mich) sofort in das Uncharted Fieber zurück. Die Steuerung hat sich nicht verändert und wir springen wie in anderen Uncharted Teilen noch hin und wieder ins Leere. Das schafft zwar einen gewissen Nostalgiefaktor, passiert aber natürlich auch in den unpassendsten Momenten … Auch an den Hilfsmitteln hat sich nicht viel verändert. Die übliche Ausrüstung wie Haken, Kletterhilfe und ein Jeep stehen uns wieder nach und nach zur Verfügung. Nur zeichnen kann Chloe anscheinend nicht.

Hoffentlich hält der Akku von Chloes Handy. ©Sony

Die clevere Schatzsucherin hat ungleich Nathan Drake kein schönes Tagebuch auf ihrer Reise dabei. Dafür knacken wir Schlösser und schießen Bilder mit ihrer Handykamera. Kein adäquater Ersatz, aber trotzdem eine schöne Abwechslung. Auch ein paar Kringelchen dürfen wir auf unsere Karte malen, sollten wir eine interessante Stelle auf unserer Erkundungstour entdecken.

Mit den Mädels die Weiten Indiens entdecken

Apropos Karte, kaum sind wir aus der Stadt, liegt vor uns die schöne Landschaft Indiens mit allerlei Schätzen und Ruinen, die es zu entdecken gilt. Ohne Navigationspapier hätte zumindest ich mich hin und wieder mal ein wenig verfahren. The Lost Legacy schenkt uns nämlich im Gegensatz zu den Vorgängern ein wenig mehr Freiheiten und dadurch auch viele Möglichkeiten in welcher Reihenfolge wir die Dinge angehen. Die Uncharted Teile eins bis vier führten den männlichen Schatzjäger bisher immer liebevoll an der Hand durch seine Abenteuer. Mit den Mädels hingegen fahren wir auch einmal querfeldein.

Indien wartet darauf von uns entdeckt zu werden. ©Sony

In den Weiten Indiens gibt es kleine Tempel und Ruinen zu entdecken, die mit zusätzlichen Infos über weitere Artefakte und Belohnungen winken. Es lohnt sich also mit dem Jeep durch die Pampa zu fahren und die zahlreichen Schätze zu suchen. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man überall kleine Verstecke und Felsen, an denen man sich hinaufhangeln kann. Hier wird man dann oft mit wunderschönen Aussichten belohnt, die Chloe nur allzu gerne fotografisch festhält. Es handelt sich bei dem Spiel natürlich nicht um einen Open-World Titel, aber dennoch breitet The Lost Legacy die schlauchigen Level der Vorgänger etwas aus und lässt uns wirklich einmal einen sinnvollen Blick auf die Karte werfen.

Hier gibt es wunderschöne Orte zu entdecken. ©Sony

Die Gespräche während der Entdeckungstouren sind nicht nur für eingeschworene Uncharted-Fans Unterhaltung pur. Wobei Seitenhiebe Richtung Nathan Drake, tiefere Einblicke in die Kindheit der beiden Protagonistinnen und der ein oder andere Spruch ein noch tieferes Grinsen in die Gesichter der Kenner zeichnen werden. Wappnet euch also für nächste Woche – das wird eine lange, aber kurzweilige Nacht für euch.

Fazit

Uncharted: The Lost Legacy befindet sich auf selbem Niveau wie die Vorgänger. Natürlich fehlt uns allen der intelligente, manchmal schusselige, aber immer sympathische Schatzjäger, der uns sonst in den Uncharted-Spielen begleitet hat. Aber die Mädels machen das wirklich gut! Chloe und Nadine sind ein tolles Team und haben ihr eigenes Spiel zu Recht verdient. Ich persönlich freue mich auch schon auf den Multiplayer-Modus, der mit ein paar Neuerungen aufwarten kann und wieder alle bisherigen Charaktere mit ins Boot holt.

An die ursprüngliche Quadrologie kommt The Lost Legacy vermutlich nicht ganz ran, aber euch erwarten toll geschriebene Charaktere, fantastische Landschaften und ein Abenteuer, das viel zu schnell zu Ende geht. Aber seien wir ehrlich – bisher ging jedes Uncharted viel zu schnell zu Ende. Also lasst uns nicht auf hohem Niveau meckern und einfach auch mal Fan sein.

Heike schreibt, bastelt, organisiert und koordiniert mit Leidenschaft in unserer kleinen Bothorde was das Zeug hält. Irgendwie muss sie überall dabei sein und ihre Finger im Spiel haben. Genauso beschreiben sich ihre Spielevorlieben: Von allem ein bisschen und gerne gemeinsam mit anderen. "Gotta catch 'em all!"