Unsere Lieblinge der Anime Winterseason 2018

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Wohoo! 2018 ist hier. Die Vorsätze sind im vollen Gange eingehalten zu werden und das zermürbende Gefühl der Alltagsmonotonie ist nur noch ein nebensächliches Störgeräusch. Weit gefehlt? Na dann, willkommen zurück in der Realität. Was ein Zufall das just in diesem Moment die neue Anime Winterseason 2018 anläuft und uns mit ein paar echten Juwelen die Monotonie erleichtert.

Was hält die Anime Winterseason 2018 für uns parat? © PhenomSage (Youtube)

Was ist die letzten Wochen so passiert?

Endlich ist es soweit und meine heißgehypten Anime Violet Evergarden und Darling in the Franxx sind draußen. Doch neben ihnen gibt es einige weitere von denen ich wirklich umgehauen oder schlicht betroffen zurückgelassen wurde. Meine Erfahrungen möchte ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten, also stürzen wir uns doch gleich in die Gemengelage.

Violet Evergarden

Boah, sieht der schön aus! Das ist wohl die häufigste Reaktion, die man in Bezug auf Violet Evergarden mitbekommt. Kyoto Animation haben rein von der visuellen Seite wieder einen Oberkracher rausgehauen. Knackige Farben, wunderschönen Kamerafahrten und unglaublichen Animationen, die man sonst nur bei Animefilmen zu sehen bekommt, heben diesen Anime klar ab.

So bezaubernd, dass man sich Kneifen muss © KyotoAnimation

Doch um nicht nur über die optische Opulenz zu sprechen, möchte ich noch auf andere Vorzüge von Violet Evergarden eingehen. Die Handlung spielt nach einem Krieg in einer alt-britisch angehauchten Steampunkwelt, in welcher die Hauptprotagonistin nach einem neuen Lebensziel für sich suchen muss.

Ungetrübter Blick in die Zukunft © KyotoAnimation

Was diesen Aspekt so interessant gestaltet, ist die Rohheit in welcher sie uns präsentiert wird. Erst nach Ende des Krieges können sich die Menschen wieder auf ihre Gefühle fokussieren. Da Violet nur für und durch den Krieg gelebt hat, begleiten wir sie auf einer wundervollen Reise der Selbstfindung und entdecken die Schönheit ihrer Welt aus ihrer unverbrauchten Sicht.

Darling in the Franxx

Noch in 2017 haben wir über das mögliche (verstörende) Potenzial anhand der Kooperation zwischen Studio Trigger und A-1 Pictures geschrieben. Was ist daraus geworden? Studio Trigger ist berühmt für seine ausufernden Actionszenen und expliziten Darstellungen, aber ich glaube hier hat sich das Studio nochmal selber übertroffen. Von den super-power-super-awesome Shonen-Kampfszenen, bis zu den Cockpitszenen, in denen wir die gewissen … „Haltungen“ bestaunen dürfen, die die Pilotinnen und Piloten einnehmen müssen, um die Roboter „Franxx“ zu steuern.

Die Cockpit-Ansicht in den Robotern Franxx © Studio Trigger & A1 Pictures

All diese Szenen und Elemente lassen uns Zuschauer ganz bewusst schmunzeln. In Zeiten von „Metoo“ Kampagnen und der absoluten political-correctness-Haltung ein definitiv gewagtes Projekt, doch muss man diesen Anime eher als eine Art Easter Egg Hunt betrachten.

Kontroversität als ein Stilmittel

Fast jegliche Szenen, Bezeichnungen, Charakterdarstellungen, Designs und Dialoge sind als eine Anspielung ausgelegt. Man könnte hier viel in das gezeigte Welt- und Systembild interpretieren. Warum wird der Gründer der Franxx als Papa bezeichnet? Warum scheinen die gezeigten Zeremonien immer einer kirchlichen Ausrufung zu gleichen und allen voran warum scheint das System der Franxx nur auf verschiedenen geschlechtliche Piloten zu fußen?

© Studio Trigger & A1 Pictures

Darling in the Franxx muss mit dem Verständnis Betrachtet werden, wofür Studio Trigger steht. Provokanten Darstellungen mit einer starken Aussage, die die Darstellungsmethode letztendlich völlig rechtfertigen. In Kombination mit den unfassbar schönen A-1 Picture Hintergründen, kann man nur gespannt auf die weitere Entwicklung der Handlung bleiben.

Eine Nachricht für all diejenigen, die noch immer voller Skepsis sind: Kommt schon, ein Anime der sich so schamlos von Neon Genesis Evangelion bedient, darf nicht völlig ernst daherkommen :).

Citrus

Kommen wir zu einem Anime, der mich völlig unvorbereitet getroffen hat. Citrus behandelt die Geschichte um zwei Großstadtmädchen, die auf die gleiche Oberschule gehen, aber nicht unterschiedlicher sein könnten. Durch ihre Unterschiedlichkeit geraten diese schnell aneinander, nur um schließlich herauszufinden, dass ihre Elternteile sich liiert haben und sie somit nun Stiefschwestern sind.

© Passione

Schon mal eine vielversprechende Ausgangslage. Der Plot stellt die entwickelnde Beziehung zwischen den beiden dar, wie daraus eine Freundschaft entsteht und letztlich romantische Szenen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Wir bekommen endlich unsere heißerwarteten Lesbenszenen mit einer feinen Brise Inzest.

© Passione

Große Popularität durch seine aneckende Art

… Runtergeschrieben klingt das viel Schlimmer, als es eigentlich ist. Im Ernst, dieser Yuri-Anime greift das Thema der gleichgeschlechtlichen Privatschulen und jugendlicher Neugierde auf und verpackt das ganze unter einem Gewand von Romanze, Comedy und Slice-of-Life Aspekten. Man wird in eine Welt geworfen, in der es nur das Problem zu geben scheint, was die angehimmelte Person über einen denkt.

Die Gegensätze im farblichen Unterschied dargestellt © Passione

Natürlich ist der Yuri-Aspekt der Haupttreiber dieses Anime. Was soviel bedeutet, dass die Formel „Girl on Girl is simply hot“ voll aufgeht, und dieser Aspekt durch den Anime verstärkt in den Mainstream rüberschwappt. Die Kontroversität macht dieses Werk so stark. Reale Probleme, die uns Menschen ein lebenslang begleiten können, weil wir sie vermeintlich nicht aussprechen dürfen, werden hier roh und mit voller Lautstärke präsentiert. Wer schon immer ein Zugang zu dem Yuri-Genre gesucht hat, findet mit Citrus einen sehr gelungenen Repräsentanten.

A place further than the Universe

Was soll ich sagen. Ich bin ein riesen Fan von Slice-of-Life Anime, weil sie es von allen Genretypen am besten schaffen, gewisse Gefühle greifbar darzustellen. Seien es hochkaräter wie Your Lie in April, A Silent Voice oder die phänomenalen Werke von Makoto Shinkai (Your Name, Garden of Words, etc.). Sie alle lassen mich in eine wunderschöne melancholische Welt hinübergleiten, die meinen Horizont über meine eigenen Gefühle erweitern.

Destination Antarktika © Madhouse

Wo findet sich der brandneue Anime A place further than the Universe ein? Nun, die Synopsis des Anime liest sich ungefähr so: Szenerien, welche wir nie gesehen haben. Geräusche, die wir nie wahrgenommen haben. Gerüche, die wir nie gerochen haben. Gerichte, die wir nie probiert haben und die Gefühlswellen, die wir noch nie erlebt haben.
Die Thematik spricht viele an, die sich nach mehr in ihrem Leben sehnen und nach einem Gefühl suchen, dass sie (noch) nicht klar definieren können.

Die Antarktika als eine Art Universum?

Der Anime wirft uns eine Gruppe von Highschool-Schülerinnen vor, die allesamt an einem Gefühl der Monotonie leiden und mehr vom Leben wollen. Nach anfangs turbulenten und unfreiwilligen aufeinandertreffen, formt sich aus diesen unterschiedlichen Charakteren ein harmonischer Freundeskreis, welcher das gemeinsame Ziel hat auf eine Expedition in die Antarktis aufzubrechen.

Die Rahmenhandlung spielt in A place further than the Universe meiner Meinung nach nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es die zwischenmenschlichen Szenen, Selbstzweifel und das Verlangen einer Zugehörigkeit, die diesen Anime so nahbar gestalten.

© Madhouse

Während einer Szene, in der unsere Hauptprotagonisten versuchen dem Expeditionsteam näherzukommen, läuft die Unternehmung schief und in einer wilden Katz und Maus Jagd versuchen sie dem Team zu entwischen. Was die gezeigten Szenen so schön machen, sind die Gefühle die in unseren Charakteren aufflammen. Anstatt panisch oder ängstlich zu sein, lachen sie nur und haben ein inbrünstiges Sensationsempfinden. Sie wissen nicht was sie machen, aber sie stellen sich dem Unbekannten und lichten ihren tristen Alltag durch das hereinfallende Licht neuer Herausforderungen.

© Madhouse

Diese Szenen machen diesen Anime so nahbar, weil das dargestellte Verlangen in jedem von uns auf die eine oder andere Weise vorhanden ist. Zusätzlich werden Gefühlsebenen beleuchtet, die nicht so häufig thematisiert werden, da wir sie als beschämend und als eigene Schwäche betrachten. Ich denke da nur an die fantastische Darstellung von Neid in einer Freundschaft, der insgeheime Wunsch, dass das Vorhaben eines Kameraden scheitert oder dass der eigene Blick auf sich selbst häufig negativ ausfällt.

Ein schöner Start für das Jahr 2018

Für mich is A place further than the Universe der heißeste Anwärter für den Top-Anime der aktuellen Season. Trotz der vorgestellten hochkaräter. Damit schließe ich meine erste Auflistung der Season ab. Material für eine weitere Liste bietet diese Anime Winterseason 2018 en mass und wird folgen.

Hier noch ein kleiner Schmankerle. In der Übersicht von Crunchyroll seht ihr eine Zusammenfassung, was unsere amerikanischen Freunde von der aktuellen Winter Animeseason 2018 abfeiern:

©Crunchyroll

Khoa hat sich schon seit jeher der Anime und Mangawelt hingegeben. Da sich die Beziehung zwischen Japanern und ihren virtuellen Partnern durch den Technologiefortschritt zu intensivieren scheint, hat er es sich zur Aufgabe gemacht nach der perfekten Waifu zu suchen.